Blog Talk Critique Visual Promotion About FAQ Contact Links
 

108 "A New Beat From A Dead Heart" CD (Deathwish Music)



Nach der Diskographie CD im letzten Jahr und der limitierten Demo CD zur letzt jährigen Tour hier nun nach über 10 Jahren ein neues Studio Album von 108. Die Band zeigt sich 2007 weit nicht mehr so ideologisch und extrem wie einst, denn viel hat sich verändert im Leben der Herren, was sich auch optisch bemerkbar macht. Robert Fish hat einiges an Gewicht zugelegt und Vic, der alte Verwandlungskünstler sieht fast aus wie eine Transe. Bis auf den noch relativ jungen Drummer, Tom Hogan, ist108 im Original Line-Up, bestehend aus Vic DiCara, Rob Fish und Tim Cohen. Einigermassen skeptisch war ich ja schon, denn oft geht das Experiment einer Wiedervereinigung nach langer Zeit schief. Nicht so bei 108. Die Band veröffentlicht mit "A New Beat From A Dead Heart" ein absolutes Kraftpaket, das mit viel Geschick und Können überzeugt. Vertrackter, noisiger Hardcore mit brachialer Energie, der über die 13 Stücke nicht langweilig wird. Überraschend gut. Auch die Produktion von Kurt Ballou (Converge) ist kraftvoll, leicht dreckig und schön rauh. Präzise und intelligent gleichermassen. Die Texte sind intelligent-kritisch und haben eine gar poetische Dimension und sorgen auch 2007 dafür, dass 108 eine Band mit Message sind, die aber weit angenehmer schmeckt wie damals zur Hochphase der Krishna-Core Bewegung.
Musikalische Einflüsse lassen sich auch erkennen, etwas Converge in den chaotischen Teilen, Refused und Melodien die an Fugazi und Bad Brains erinnern, wie etwa in "We Walk Through Walls". Die Metal Attacke von Song namens "My Redemption Song" erinnert stark an die 90'er und Bands wie Morning Again. Insgesamt haben diese neuen 108 Stücke auch viel von Robert Fishs Band die er nach der Auflösung von 108 gründete, The Judas Factor. Bleibt noch das Artwork zu erwähnen, dass von Jacob Bannon (Converge) stammt. Sicherlich gelungen, aber dennoch langweilig. Zu durchschaubar präsentiert der talentierte Designer Bannon in letzter Zeit seine Arbeiten. Und auch die Jungs von 108 müssen hierbei kritisiert werden: Jetzt nach der ganzen langen Zeit wäre auch endlich die Möglichkeit gegeben, sich im Artwork des Albums von dieser langweiligen, klischeehaften indischen Krishna Symbolik zu verabschieden. Trotzdem, 108 haben sich mit "A New Beat From A Dead Heart" wieder eindrucksvoll zurückgemeldet.

Rating: 8/10



AMP "All Of Yesterday Tomorrow" 3xCD (RROOPP)




AMP haben sich in ihrer 15 jährigen Existenz immer als Experimentierfeld und Garant für zeitgenössische und experimentelle Musik verstanden und etabliert. Die Band um Richard Amp und viele, wechselnde Mitglieder veröffentlicht mit der fulminanten 3xCD "All Of Yesterday Tomorrow 38 Stücke, die den Bogen um eine ganze Dekade spannen; für die Gesamtheit des AMP Oeuvre stehen. "All Of Yesterday Tomorrow" beinhaltet dabei 12 unveröffentlichte Stücke, verschiedene Alternativ-Versionen, Outtakes, sowie die Tracks des ausverkauften Single-Albums "Passé, Présent" (1998), einige Vinyl-Only-Tracks sowie Sampler Beiträge. Die 3 Cds kommen in einem wahrhaft dicken Digipack, der auch noch ein beinahe ebenso dickes, zwanzigseitiges Booklet mit vielen Fotos, Beiträgen, Diskographie und Biographie enthält. Das Digipack ist stilvoll und detailliert gestaltet. Musikalisch wird soviel geboten, dass dafür die kurze Besprechung und der Wortschatz des nichtigen Rezensenten kaum ausreicht: Hier spielt man sich durch sämtliche Genres des Experimentellen, von A wie Ambient, über E wie Elektronica, F wie Field Recordings, P wie Postrock oder S wie Spacerock. Die Vielseitigkeit und Ideenvielfalt überrascht mich dabei immer wieder auf das Neue, und lässt "All Of Yesterday Tomorrow" zu einem gar unerschöpflichen Quell werden, den es immer wieder neu zu entdecken und entschlüsseln gilt. Wunderbar.

Rating: 8/10



Chang FFOS "Trust This Arcane Device" CD (Moonlee Records)




Chang FFOS geben auf "Trust This Arcane Device" richtig Gas mit einer intelligent und kraftvoll umgesetzten Mischung aus schwerem Rock mit verschiedenen Einflüssen aus psychedelischem Rock, Sludge, Doom, Noise und Wüsten-Rock. Dabei klingen sie, oder anders; ist die Herangehensweise nicht unähnlich wie es die grossen Vorbilder seit Jahr und Tag machen: Die Schwere und groovige Zerfahrenheit von Neurosis, den stetig andauernden Energiepegel von Converge, die Durchgeknalltheit von Kiss It Goodbye und Today Is The Day. All das findet man zuhauf auf "Trust This Arcane Device" wieder. Und über allem ein stetiges, breites Band aus kraftvollem Wüstenrock, Kyuss lassen hier grüssen. Man sieht, ein Haufen Namen die hier genannt werden, aber Chang FFOS schaffen es mit ihrem Sound tatsächlich von jeder genannten Band etwas mit in ihre Musik einfliessen zu lassen. Und nichts davon klingt kopiert. Heavyiness, Durchschlagkraft und Intelligenz über die volle Spielzeit fast 47 Minuten.

Rating: 7/10



COG "Curseoverground" CD (Moonlee Records)




COG sind eine Band aus Osijek, Kroatien, die schon seit 1997 besteht. Mir bislang allerdings unbekannt. Mit Sicherheit kann man sagen, dass COG zu den besseren Bands im Bereich des Noise-Rock in Kroatien gehören. Ihre Musik klingt dynamisch und spröde-abgehackt. Fesselndes Drumming, dichter, wummernder Bass und lockere, hektische Gitarrenarbeit und der melodisch-jammernde Gesang machen COG "Curseoverground" zu einem Gesamtpaket aus 9 Stücken, dass mitunter sogar Shellac meets Slinth Momente versprüht. Dass offensichtlichste Manko für mich ganz persönlich ist die eher unterirdische Produktion. Sie klingt zu dünn, zu metallisch... irgendwie meint man alles durch ein Dachrinnenrohr zu hören.

Rating: 6/10



Hemlock "Bleed The Dream" CD (Candlelight Records)




Hemlock kommen aus Las Vegas, Nevada. Dort sind sie aber selten anzutreffen, denn die Band geht lieber mit Acts wie Slayer, Hatebreed, Soulfly, Slipknot, Sepulture und anderen Metal-Kapellen auf Tour. Musikalisch liegen dann auch die 12 auf "Bleed The Dream" enthaltenen Stücke irgendwo in diesem Terrain. Brutaler Metal, mit vielen Breakdowns und melodischen Hooks (so they say...). Hemlock gehen einerseits und zumindest teilweise schon gewitzt zur Sache, was "Bleed The Dream" etwas metallerne Würze verleiht, andererseits ertrinkt die Band absolut in den ganzen Klischees, die man sich nur so vorstellen kann und aus dem Bereich zur Genüge kennt. Bis zur Kreativität ist es noch ein weiter Weg. Live zündet Hemlock vor dem geneigten Publikum bestimmt und kommen richtig... sagen wir "dick" rüber.

Rating: 5/10



Kiss The Anus Of A Black Cat "Turn Hegel On Your Head" 7" (Implied Sound)




Folk is the new black! Gut, über den Namen lässt sich streiten, aber die Musik ist ganz wunderbar. Kiss The Anus Of A Black Cat, das Projekt um den Belgier Stef Irritant veröffentlicht nach 2 CD-Alben auf Kraak nun eine erste Veröffentlichung auf Vinyl. Die 7" Single enthält 2 Stücke, das erste fängt langsam und steigert sich mit brodelndem, sich wiederholendem Singsang. Ein sehr schönes, emotionsgeladenes Stück. Auch der Text. Erinnert mich vom Gesang her an Current 93. Black Folk at its best. Besonders schön und gelungen auch der Hintergrund Gesang/Chor. Das zweite Stück ist etwas ruhiger und zerfahrener. Es strahlt eine eigentümliche Melancholie aus, ist subtiler und langsamer. Das dezente Artwork, passend zum weissen Vinyl stammt von Kristof Meers' Serie "The Inversion of Hierachy". Kiss The Anus Of A Black Cat werde ich auf jedem Fall im Auge behalten bzw. mir die beiden Alben anhören.

Rating: 8/10



Kongh "Counting Heartbeats" CD (Trust No One Recordings)




Kongh aus Schweden waren mir zuvor komplett unbekannt und doch ist "Counting Heartbeats" das Beste, was ich seit Ewigkeiten gehört habe. Das, was diese Platte so gut macht, ist, dass man sie nicht wirklich fassen kann - vergeblich der Versuch, sie in eine Schublade stecken zu wollen. Gewisse Referenzen liegen dennoch nahe: das Label von Tim Bertilsson von Switchblade, Artwork von Seldon Hunt und man kann sich schon ungefähr vorstellen, was dann auch musikalisch passiert. Dabei wirken Kongh aber gleichzeitig frischer und "traditioneller" als das meiste, was ich in letzter Zeit gehört habe. Irgendwo passen Vergleiche mit Bands wie High On Fire, Neurosis, Mastodon oder Isis. Vielleicht jedoch mehr in Bezug auf die Art und Weise wie diese sich versuchen, als dass "Counting Heartbeats" nur ein irgendwie zusammengebasteltes Plagiat wäre. Keiner der 5 Songs hat eine Spielzeit unter 10 Minuten und die Produktion klingt unglaublich klar, direkt, eindringlich. Kongh verstehen es mit ihrer Musik Landschaften entstehen und wieder verschwinden zu lassen, ohne dass die einzelnen recht heterogenen Stücke in Widerspruch zu einander geraten. Vor allem die clean-gespielten Teile sind nicht nur ein Mittel, um sie danach, verzerrt und pseudobombastisch, wie das so oft der Fall ist, aufzubauschen, sondern gerade diese machen die Stücke äußerst dynamisch, und verleihen ihnen eine neue Klangfarbe, ohne mit der Grundstimmung der Musik zu brechen. Insgesamt ein äußert abwechslungsreich, mitreissend und konsequent gespieltes und produziertes Album.

Anspieltip: "Adapt The Void".

Rating: 9/10

-Rezensiert von S. Schauber



New Idea Society "The World Is Bright And Lonely" CD (Exotic Fever Records)



New Idea Society ist ja bekanntlich das Baby von Mike Law von Eulcid und unterstützend von Stephen Brodsky (Cave In). Irgendwie hatte ich auch angenommen, dass man Brodsky auch gelegentlich singen hört, was aber nicht der Fall ist. Auch nicht weiter tragisch, da "The World Is Bright And Lonely" auch so ein spannendes, interessantes Album ist. Der grösste Pluspunkt liegt in der warmen Aufnahme, die auch ohne Schnickschnack live gemeinsam eingespielt wurde. Nicht zuletzt dadurch liegt über dem Album so eine gewisse 60'ies Stimmung, Die 12 Stücke sind allesamt um die Lyrics von Mike Law gestrickt. Ist man einerseits erstaunt über die simple Herangehensweise im Songwriting, so überzeugt andererseits die Eingängigkeit und Treffsicherheit der Lieder. Die Komplexität der Stücke offenbart sich erst nach ein, zwei Durchgängen. "The World Is Bright And Lonely" ist ein warmes, energetisch-geladenes und melodiös-kraftvolles Album. Es fliesst von Anfang bis zum Ende. Die Aufmachung ist relativ einfach und unspektakulär, aber die rot-gelben Farbtöne nehmen die warme Live-Stimmung und das 60'ies Gefühl der Songs auf und strahlen es visuell ab.

Rating: 7.5/10



NID "Solar Flare" (Verato Project)



NID ist ein weitgehend anonymer Zusammenschluss aus 3 Leuten, die hier musikalisch die Entfernung von Basel, Bremen und München überbrücken. "Solar Flare" ist eine atmosphärisch dichte und dunkle Angelegenheit. Ein weites, flächiges Panorama wechselt mit wabernden, schwülen "Urwald"-Momenten. Die 7 auf "Solar Flare" präsentierten Ambiancen überzeugen auf jeden Fall, eine Live Beschauung wäre sicherlich interessant. "A solar flare occurs when magnetic energy that has built up in the solar atmosphere is suddenly released." Mehr dazu im Booklet der limitierten CD Veröffentlichung.

Rating: 7/10



Ninth Desert "Collision H" 3" CD-R (Verato Project)



"Collision H" enthält eine lange, 20 minütige Soundcollage die ziemlich dunkel und tief erscheint. Feld-Aufnahmen, rabenschwarze Ambiancen und schwere elektronische Frequenzen wabern und brodeln irgendwo ganz weit unten im Berg herum. Nur ein leichtes Drönen erinnert immer wieder an diesen Klangkanal, der so dunkel und trostlos ist, dass man, wenn man ihn entdeckt hat, auf keinen Fall hinuntersteigen möchte. Die Aufmachung hingegen ist hell und simpel. Die kleine 3 Zoll CD-R ist in eine schöne Kartonhülle zum aufklappen eingefasst. Eine gelungene Veröffentlichung.

Rating: 7/10



Orphax "Sand In Boxes" CD-R (Verato Project)




"Sand In Boxes" ist ein nettes, auf 60 Stück limitiertes, Kleinod an Ambient und Drone, in dessen CD tatsächlich Sand zu finden ist... und gar nicht mal so wenig, wie der Hörer erstaunt feststellte. Auf dieser, seiner zweiten CD, untersucht Orphax verschiedene Wege des Ambient und der Dronenwelt. Einerseits kratzig und noisig und düster bis zum Anschlag. Andererseits atmosphärisch und erstaunlich bedrückend. Field Recordings, Gitarren und einiges an Computer-Gewurschtel sorgen hier für eine Reise in die dunkleren Gegenden und Abgründe des Ambient. Eine nicht untypische Verato-Project Veröffentlichung.

Rating: 7/10



Pi Cab Alter "Kinoteraptik" CD-R + "Mémoire De L'éther Fluctuanmémoire De L'éther Fluctuan" CD-R (Verato Project

Schon die Aufmachung der "Kinoteraptik" CD-R verspricht viel: Sie ist eingefasst in einer kleinen runden Metalbox die wie eine Filmrolle aussieht. Innen sind dann noch 3 kleine Dia-Streifen beigelegt. Musikalisch bietet das französische Projekt auch eine interessante Reise durch einen Kosmos von Klängen, Geräuschen, atmosphärischen Dronen und tiefen Ambiancen. Kopfkino passt hier als Stichwort ganz wunderbar. Streckenweise fast magische Atmosphären von mystischer Tiefe. Zu hören am besten nachts im Dunklen statt eines dämlichen Hörspiels zum Beispiel. Immer wieder werden die atmosphärischen Parts durch noisigere Flächen durchbrochen, die nicht weniger hypnotisch sind. Besonders interessant der Einsatz von subtilen Beats, die dem ganzen noch mehr Bewegung geben. "Mémoire De L'éther Fluctuanmémoire De L'éther Fluctuan" geht in die gleiche Richtung, erscheint mir aber teilweise verspielter und direkter... ja verträumter. Erinnert auch an Filmmotive von obskuren, alten Filmen. Grossartige atmosphärische, flächige und vielschichtige Klangcollagen für die man auch wieder Stunden in Ruhe braucht um "Mémoire De L'éther Fluctuanmémoire De L'éther Fluctuan" völlig zu durchschauen, was im Endeffekt ohnehin nicht funktionieren wird. Die ätherische Atmosphäre, die immer wieder hell und klar und so schimmernd hervortritt, ist beeindruckend.

Rating: 8/10



Pleasure Forever "Bodies Need Rest" CD (Conspiracy Records)




"Bodies Need Rest" ist eine posthume Veröffentlichung von Pleasure Forever und beinhaltet unveröffentlichte und rare Aufnahmen der Band. Zuerst als EP von 4 Coverversionen gedacht, sind nun noch 4 weitere bis zu den frühen Tagen (1999) von Pleasure Forever reichende Stücke dazugekommen. Die Stücke sind gelungen und haben einen einzigartigen Touch, der wieder einmal bestätigt, dass man immer wieder Bands entdeckt und für gut befindet, nachdem sie das zeitliche gesegnet hat. Die 4 eigenen Stücke sind tolle Indie-Rock Kracher mit einer ordentlichen Portion 90'er Grunge und "Schrammel-Attitude". Bei den Coverversionen sind von Alice Cooper "Black Juju" und von Black Flag "The Bars" hervorzuheben, zwei kleine Klassiker, wie ich meine. Die Aufmachung ist simpel und relativ schüchtern, genügt aber allemal um "Bodies Need Rest" zu einer Song-Collection zu machen, die man gerne hat.

Rating: 8/10



Qui "Love's Miracle" CD (Ipecac)




Ok, anhand dieser CD muss mal wieder ein Exempel statuiert werden. Grund: Die CD kam ohne Booklet ins Haus geflattert und das ist mir ein wenig zu lieblos. Also liebe Labels, bitte schickt euren Kram in anständiger Form, denn diese Publikation legt Wert auf den Gesamteindruck eines Werks und dazu gehört nun einmal auch die optische Aufmachung. Deswegen ungefähr locker 2 Punkte Abzug. Und da ich gerade in Urlaubslaune bin, mache ich es mir einfach mit den Worten zum "Love's Miracle" Album von Qui: Ja, es gefällt mir. "Love's Miracle" ist eine eigentümliche Mischung aus Punk, Noise, Metal und allerhand experimentellem Kram. Inklusive Coverversionen von Pink Floyd ("Echos") und Frank Zappa ("Willie The Pimp"). Ach ja: David Yow von The Jesus Lizard/ Scratch Acid singt hier.

Rating: 5/10



Souvenir's Young America "An Ocean Without Water" CD (Crucial Blast)



Mit "An Ocean Without Water" veröffentlichen die Souvenir's Young America ihr zweites Album nach dem Erstling auf Underradar. "An Ocean Without Water" ist ein sechsteiliger Opus von atmosphärischen, quasi-konzeptuellen Instrumental-Stücken, die eine gesunde und kräftige Mischung aus Instrumental-Rock a la Red Sparowes und weiten "Western-Landschaften" ist. Also mehr so Prärie-Rock mit weiten Ebenen, trockener Hitze und flimmerndem, schimmerndem Licht. Earth grüssen hier vorsichtig. Die Melodien sind schön und präzise ausgearbeitet und die Produktion klingt angenehm dicht und warm. "An Ocean Without Water" ist eine recht homogene Angelegenheit. Auch gekonnt wirkt der Spagat von schweren, doomigen-Gitarren-Passagen und einem 70'er Jahre Gefühl, das durch die Electronics und Keyboards entsteht. Popuul Vuh und Prog-Rock Einflüsse standen hier wohl mit Pate. "An Ocean Without Water" ist eine pulsierende, hypnotische wie mächtig und episch-monumentale Platte, die auch die Tiefe und Einsamkeit eines Canyons ausleuchten kann. Ganzen Tag mit dem Pferd durch die Steppe geritten, Rothäute am Horizont. Geier kreisen, da hat's wohl jemanden erwischt etc. You get the picture. Exzellente Platte mit allem Drum und Dran und das Artwork des Digipacks in den braun- und gelb Tönen ist auch ansprechend gestaltet.

Rating: 9/10



The Skull Defekts "Blood Spirits & Drums Are Singing" CD (Conspiracy Records)




Nach einigen kleineren Veröffentlichungen ist "Blood Spirits & Drums Are Singing" die erste Platte, die unter professionellen Bedingungen in einem richtigen Studio eingespielt wurde. Während die älteren Veröffentlichungen sehr experimentell waren- man operierte mit Doom Variationen, und elektronischem Noise und anderen "schwereren" Sound Spielereien. Auf "Blood Spirits & Drums Are Singing" lässt sich das Kürzel "Avant-Rock" als schneidige Zusammenfassung gut anbringen. Hier geht es um um sich kreisende Melodiebögen, um zahllose Repetitionen und um Funk und Sex. "Blood Spirits & Drums Are Singing" hat definitiv Groove und Sex. Dieses sich wiederholende Dauer-Ausharren ist fast das einzigste was an den Drone-Sound früherer Tage erinnert. Die Produktion klingt sperrig, spröde-schön was dem Dauer-Loop-Charakter der 6 Stücke gut zu Gesicht steht. Die Aufmachung des Digipacks ist halluzinogen-ansprechend, wie die Musik scheint man auch hier auf einem Trip hängengeblieben zu sein. The sound the sound... the sound the sound... the sound the sound. Wer "Blood Spirits & Drums Are Singing" kennt, weiss was ich meine.

Rating: 8/10



Vert "Accepting Denial" CD (Casket Music)




Die etwas nichtssagende Aufmachung der CD trägt nicht unbedingt dazu bei, Intereese bei potentiellen Hörern zu wecken, da hätte mehr gehen können, das wird schnell klar. Die aus den Midlands in England stammenden Vert haben sich 2002 gegründet und nach fleissigem Üben, diversen EP Veröffentlichungen und vielen Live Auftritten veröffentlicht die Band nun ihr erstes Album "Accepting Denial". Musikalisch bewegt sich die Band im weiteren Bereich des modernen Metals und Rocks, meist im Midtempo gespielt und ganz nettem, melodischen Gesang, der dann und wann durch wütendes, wüsteres Gekeife abgelöst wird. Ich finde die 10 Stücke gelungen, auch wenn mich jetzt keines vom Hocker haut. "Accepting Denial" ist angenehme rockige und dynamische Musik, die auch nur so zur Unterhaltung taugt, schnell wird einem aber klar, dass hier keine grossen Überraschungen mehr kommen.

Rating: 7/10



Vuneny "V2" CD (Moonlee Records)




Das kroatische Trio von Vuneny präsentiert mit "V2" einen knapp einstündigen Soundtrack, der sich eher schwer beschreiben lässt. Dass mit dem Soundtrack ist gar nicht so weit her geholt, denn manche Stücke sind tatsächlich als Musik zu Filmen entstanden. Die anderen Songs sind Improvisationen, Remixe oder live eingespielte Lieder. Im Prinzip sind die 14 Stücke der Kroaten allesamt Instrumentals, aber mit Sprach- und Stimmsamples, Radiomitschnitten und wenig Gesang. In Szene gesetzt ist "V2" mit Keyboards, Gitarrenspiel und elektronischen Beats und anderen Elektro-Spielereien. Insgesamt ist "V2" eine ruhige, softig-verspielte Angelegenheit, die am besten als Hintergrund Musik oder eben Filmmusik fungieren kann. Die lauten Teile wirken elektronisch und wie die Hektik einer Großstadt, während die ruhigeren Teile mehr homogen und atmosphärisch erscheinen. Die Aufmachung und Artwork der CD ist gelungen und graphisch ansprechend.

Rating: 6.5/10

<<back